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Bocholt/Borken (mr/pam)
Die Visite auf der Neugeborenenstation bereitet Dr. Gregor Westhof auch nach 23 Dienstjahren immer wieder Freude. Vor allem dann, wenn die kleinen Erdenbürger so zufrieden lächeln wie die vier Tage alte Helena beim Termin zum offiziellen Amtsantritt des neuen Chefarztes der Gynäkologie am St. Marien-Hospital in Borken.
Bereits im November hatte der aus Lünen stammende Mediziner die Leitung der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des St.-Agnes-Hospitals in Bocholt übernommen.
Mit Start des Klinikverbundes Westmünsterlands zum Jahresbeginn wurde er gleichzeitig Chef der 40-Betten-Abteilung im Borkener St. Marien-Hospital, in der acht Fachärzte sich um das Wohl der Patientinnen kümmern - "wohnortnah", wie Dr. Westhof betont.
Westhof hatte die Leitung der gynäkologischen und geburtshilflichen Abteilung in Borken zunächst kommissarisch übernommen, wie Andrea Rieke, Pressesprecherin des St.-Agnes-Hospitals, erläuterte. Es habe einige Zeit gedauert, bis alles vertraglich geregelt sei, wie es mit den zwei Standorten Bocholt und Borken funktionieren solle.
Vorteile der Kooperation sieht Christoph Bröker, Geschäftsführer des St. Marien-Hospitals, in der wohnortnahen gynäkologischen und geburtshilflichen Krankenhausversorgung sowie bei der Geburtshilfe bei Risikoschwangerschaften. Die werden auch künftig durch die Pädiatrie in Bocholt versorgt. Westhof möchte in Borken zudem die Tradition der natürlichen Geburtshilfe fortsetzen.
Daneben setzt der 48-jährige neue Schwerpunkte, die durch die Kooperation der Krankenhäuser erst möglich werden. Die Rede ist vom Kontinenz-Zentrum. "Jede zweite Frau über 50 hat mehr oder weniger große Beckenboden-Probleme", weiß Westhof um das tabusierte Thema der Harn- und Stuhlinkontinenz. Durch die Zusammenarbeit von fünf Fachgebieten im Klinikverbund möchte er Betroffenen helfen. Tägliche Sprechstunden werden in Bocholt und Borken angeboten. Hoffnung können auch Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch schöpfen, wenn die Ursache dafür eine Erkrankung ist, die operativ zu behandeln ist. Denn auch diese Behandlungs-möglichkeiten gehören neben der ambulanten wie stationären endoskopischen Entfernung von Myomen zum Spezialgebiet des neuen Chefarztes.
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