|
VON THEO THEISSEN

Auf „Station 7“ sind auf der zweiten Etage des St.-Agnes-Hospitals zwei Kliniken nebeneinander untergebracht. Für das neue Perinatalzentrum wurde im Krankenhaus ein Jahr lang umgebaut. Jetzt ist es ein Haus der kurzen Wege.
BOCHOLT Erstmals öffnete das Perinatalzentrum des St.-Agnes-Hospitals, in dem die Kliniken für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie für Kinder- und Jugendmedizin vereint sind, gestern seine neuen Räume für die Öffentlichkeit. Bei einem Tag der offenen Tür stellte sich die Station 7 in der zweiten Etage des Bocholter Krankenhauses vor.
„Etwa ein Jahr lang wurde im Haus massiv umgebaut – bei laufendem Betrieb“, erläutert Dr. Klaus Winter, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Entstanden sind ein neugestalteter Mutter-Kind-Bereich mit neun Zimmern, 18 Betten und einem familiär eingerichteten Stillzimmer. Ein Familienzimmer, in dem bei Bedarf neben der Mutter auch der Vater übernachten kann, ist eingerichtet. Die Neugeborenen-Intensivstation, die früher im Erdgeschoss des Krankenhauses untergebracht war, ist ebenfalls auf Station 7 zu finden. Hier werden Frühgeborene ab der 29. Schwangerschaftswoche medizinisch rund um die Uhr versorgt. Im Schwesternzimmer können alle Daten über Monitor kontrolliert werden.
„Die Vorteile des Umbaus liegen auf der Hand“, sagt Dr. Winter, „es sind die kurzen Wege, da alle Abteilungen nebeneinander auf einer Etage liegen, und die Möglichkeit, dass Mutter und Kind nun so oft und so lange wie möglich zusammen bleiben.“
Zehn Kinderärzte, davon sechs ausgebildete Neonatologen (Spezialisten für die Behandlung von Neugeborenen), sowie 40 Kinderschwestern und zwei Hebammen versorgen im Perinatalzentrum die Mütter und Kinder. Zu den kleinsten Patienten der Station gehören die Frühgeburten. Etwa 250 bis 300 „Frühchen“ werden jährlich im St.-Agnes-Hospital versorgt, darunter ungefähr 60 Neugeborene, die bei ihrer Geburt unter 2000 Gramm wiegen. „In diesem Jahr hatten wir auch schon fünf Patienten mit einem Gewicht unter 1500 Gramm“, sagt Dr. Winter. Zusammen mit seinem Kollegen, Dr. Gregor Westhof, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, führte er gestern die Besucher durch die Räume der neuen Station.
Wer wollte, warf einen Blick in die Kreißsäle oder schaute sich die Zimmer auf der Wöchnerinnenstation an. Auch die Neugeborenen-Intensivstation, die erst am kommenden Montag bezogen werden soll, stand zur Besichtigung offen. Hier konnten sich Interessierte vom Fachpersonal die medizinischen Geräte, zum Beispiel für Laboruntersuchungen, erläutern lassen oder über die Möglichkeiten informieren, die für Mütter und ihre Babys bereit gehalten werden. Und wer eine Pause brauchte, bediente sich am Kuchenbuffet, das die Krankenhausküche zum Tag der offenen Tür vorbereitet hatte.
Info
Kleine Patienten
Das St.-Agnes-Hospital gehört zu den Häusern, in denen auch Frühgeborene zur Welt gebracht werden dürfen, die erst 29 Wochen alt sind. Diese „Frühchen“ sind zwischen 21 und 40 Zentimeter groß und wiegen zwischen 800 und 1500 Gramm. Zum Vergleich: Neugeborene, die termingerecht zur Welt kommen, sind im Durchschnitt 52 Zentimeter groß und wiegen etwa 3500 Gramm
|