VON LUDWIG VAN DER LINDE
Vor 100 Tagen wurde das Gefäßzentrum Westmünsterland im St.-Agnes-Hospital zertifiziert. Das Zwischenfazit des Leiters, Chefarzt Dr. Gert Langkau, fällt positiv aus. Es gebe viele Vorteile für die Patienten.

BOCHOLT Das Zwischenfazit von Dr. Gert Langkau fällt positiv aus. Und der Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Phlebologie im St.-Agnes-Hospital benutzt dafür ein Bild, das zur Medizin passt: „Das Gefäßzentrum Westmünsterland lebt.“ Vor 100 Tagen wurde das Gefäßzentrum offiziell von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie zertifiziert. Spezialisten für die Erkrankungen der Gefäße arbeiten nun unter einem Dach eng zusammen. „Die einzelnen Fachrichtungen sind näher zusammengerückt. Das Wir-Gefühl unter den Ärzten ist zu Gunsten des Patienten gewachsen“, bilanziert Langkau zufrieden.
Das Gefäßzentrum Westmünsterland sei entstanden, um die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu verbessern – sowohl, was die Diagnose als auch die Therapie der Patienten betreffe. Gefäßerkrankungen böten ein buntes Bild an Erscheinungsformen, allein schon deshalb, „weil jedes Organ im Körper durchblutet wird“. Deshalb müssten nicht nur vor einer möglichen Operation, sondern auch bei der anschließenden Behandlung verschiedene Fachrichtungen zusammenarbeiten.
„Es findet täglich ein interdisziplinäres Gespräch statt, bei dem die einzelnen Befunde besprochen werden. Der Patient hat so die Sicherheit, von einem Team verschiedener Fachärzte beurteilt zu werden“, sagt der Chefarzt. Und nur so könne man das bestmögliche Therapieergebnis erzielen. Der Patient habe außerem den Vorteil, seltener den Arzt wechseln zu müssen. „Auch Doppeluntersuchungen werden vermieden“, so Langkau.
Kernanbieter des Gefäßzentrums ist das St.-Agnes-Hospital mit seiner Gefäßchirurgie, Kardiologie, klinischen Diabetologie, Radiologie und Neurologie. Kooperationspartner sind einige Fachärzte mit Niederlassungen in Bocholt und Borken sowie das St.-Marien-Hospital in Borken mit verschiedenen Fachabteilungen.
Seit dem Bestehen des Gefäßzentrums wurde ein so genannter Qualitätszirkel für alle beteiligten Ärzte ins Leben gerufen, der bisher zweimal tagte. Wichtige Themen waren dabei unter anderem die Fortbildung über aktuelle Themen und die Optimierung von Abläufen. Das Gefäßzentrum diene aber auch dazu, die Ausbildung von Assistenzärzten zu verbessern. „Sie erhalten die Möglichkeit, auch den anderen Fachärzten über die Schulter zu schauen und so andere Perspektiven kennenzulernen“, sagt Langkau. Auch in punkto neue Operationstechniken werde jetzt enger zusammengearbeitet.
In drei Jahren muss sich das Gefäßzentrum Westmünsterland erneut den Prüfern der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie stellen, denn das Zertifikat ist zeitlich begrenzt. Langkau ist zuversichtlich, dass das St.-Agnes-Hospital erneut das Gütesiegel erhalten wird, denn: „Wir haben schon jetzt ein hohes Niveau erreicht und das wollen wir nicht nur halten, sondern noch verbessern.“
Ein Video zu diesem Thema sehen Sie im Internet unter www.bbv-tv.de
Info:
„Im oberen Viertel“
Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie mit Sitz in Berlin hat in Deutschland, Österreich und der Schweiz bisher insgesamt 98 Kliniken als Gefäßzentrum zertifiziert. „Wir sind dabei im oberen Viertel beurteilt worden“, sagt der Bocholter Chefarzt Dr. Gert Langkau.
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