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Pressemeldung
Innerhalb unserer Gesellschaft, auch im Kreis Borken und im Raum Bocholt, beobachten und lesen wir zunehmend über Fälle von Kindesvernachlässigungen bis hin zu Kindesmisshandlungen. Im Rahmen des Bündnisses für Familie des Kreises Borken hat sich deshalb eine Arbeitsgruppe von Fachleuten verschiedener Professionen Gedanken über Wege zur Verbesserung des Kinderschutzes in unserem Kreis gemacht. Ein mit großer Zustimmung entwickeltes Ergebnis der einjährigen Beratungen war und ist die Einrichtung einer Sozialpädagogenstelle im St. Agnes-Hospital.
Das neue Angebot, das von der Stadt Bocholt und dem Kreis Borken finanziell getragen werden soll, beinhaltet die frühe Beratung, Begleitung und Unterstützung von Eltern rund um die Geburt eines Kindes.
Von Anfang an sollen Familien in besonderen oder schwierigen Situationen soziale Unterstützung und Hilfe bekommen – ein Angebot, das über das einem Krankenhaus normalerweise mögliche Maß an Hilfe deutlich hinausreicht. Die Fachkraft soll die Möglichkeit haben, Familien über den stationären Aufenthalt hinaus zu begleiten und mit ihnen zusammen die passende Form unterstützender Hilfe zu finden – ohne den Zeitdruck, im Rahmen des Krankenhausaufenthaltes fertige Lösungen vorhalten zu müssen. Die gute Vernetzung mit Trägern ambulanter Jugend- und Familienhilfe und natürlich die enge Verbindung zum Jugendamt sollen die Sozialpädagogin befähigen, aus den vielschichtigen Angeboten die individuell passende Unterstützung zu finden und mit und in der Familie verankern zu können.
Kindeswohlgefährdungen, die zumeist aus Überforderung der Eltern heraus entstehen, von Anfang an zu vermeiden, darin liegt die Absicht der neuen Sozialpädagogenstelle. Es geht selbstverständlich nicht darum, generell alle Mütter zu beobachten und quasi unter Generalverdacht als Kinder gefährdend einzustufen, nein, im Gegenteil geht es darum, sensibel und mit Fingerspitzengefühl dort Hilfe anzubieten, wo sie nötig erscheint und noch nicht vorhanden ist.
Natürlich ist in diesem hochsensiblen Bereich früher elterlicher Überforderung und evtl. drohender Kindeswohlgefährdung auch das Wort „Kontrolle“ unvermeidlich, denn Kinder können in ihren ersten Lebensjahren nicht selbst dafür sorgen, dass es ihnen gut geht. Unsere Gesellschaft, wir alle, tragen die Verantwortung dafür, dass Kinder gesund und fröhlich aufwachsen können.
Die zukünftige Sozialpädagogin wird im St.-Agnes-Hospital also keineswegs eine generelle Beobachtung unauffälliger Familien betreiben, sie soll aber schnell erreichbar auf der Station sein, um Hilfen und Unterstützung zu vermitteln, damit Kindeswohlgefährdungen vermieden werden – von Anfang an.
Ansprechpartner:
Dr. Klaus Winter, Chefarzt Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, St.-Agnes-Hospital
Elisabeth Möllenbeck, Jugendhilfeplanung, Kreis Borken
Benedikt Püttmann, Jugendamt Bocholt
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