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von RENATE WITTELER
Artist Douglas Camadi hat sich beim Unfall am Montag das Sprunggelenk gebrochen. Trotzdem will er so schnell wie möglich wieder im Zirkus Universal-Renz auftreten. Nach Auskunft des Arztes ist das in zwei Monaten möglich. In einem Exklusiv-Interview mit dem BBV-tv erklärte der Artist, wie es zu dem jüngsten Unfall kam.
BOCHOLT Beim Zirkus Universal-Renz ist die Stimmung angespannt. Artist Douglas Camadi (24) ist am Vortag aus etwa acht Metern Höhe vom Todesrad gestürzt und hat sich seinen rechten Fuß zwei Mal gebrochen. Fünf Fernsehteams und diverse andere Journalisten tummeln sich deshalb auf dem Klein-Wiele-Gelände, auf dem der Zirkus sein Zelt aufgeschlagen hat. Die Premiere in Bocholt (heute, 15.30 Uhr) werde wie geplant stattfinden, verkündet Pressesprecherin Gabi Beutelspacher. Statt fünf würden halt nur vier Artisten die Todesradnummer vorführen.
Nein, er habe keine Angst, aufs Rad zu steigen, sagt Alejandro Acemarin (20). Auch wenn er von der anderen Seite des Todesrades aus den Sturz Camadis gesehen habe und ziemlich geschockt gewesen sei. „Ich liebe meine Arbeit, und es muss weitergehen.“ Sechs Jahre arbeite er bereits mit dem Todesrad. „Wenn etwas passiert, dann passiert es eben.“
Camadi selbst geht es derweil schon viel besser. Er habe einen Sprunggelenksverrenkungsbruch, erklärt Professor Peter Ostermann vom St.-Agnes-Hospital, also einen Außen- und Innenknöchelbruch. Mit Platten und Schrauben sei alles fixiert worden. Der Patient könne schon wieder herumlaufen – allerdings nur mit einer Gehhilfe, denn der Fuß dürfe nur mit 20 Kilo belastet werden. „Nach vier Wochen darf er mit dem halben Körpergewicht belastet werden, nach sechs Wochen voll“, so Ostermann. Nach sechs bis acht Wochen könne Camadi voraussichtlich wieder aufs Todesrad steigen.
Und das will der 24-Jährige unbedingt, wie er sagt. „Ich habe keine Angst davor, auch wenn ich dafür jetzt mehr Mut brauche.“ Vorsichtiger als bisher werde er wohl aufs Rad steigen. „Und damit auch vieles besser machen.“ An den Kollegen, der letztes Jahr im Zirkus Flic Flac vom Hochseil fiel, habe er nach seinem Sturz denken müssen. „Ich habe das Gefühl, ich habe sehr viel Glück gehabt.“
Direkt nach dem Unfall, als er noch in der Manege am Boden lag, habe er seine Frau in Berlin angerufen. Gestern eilte sie mit den beiden Kindern (zwei und fünf Jahre) und einer Freundin dann auch zu Camadi ins Krankenhaus. Viel Zeit und Ruhe blieb dem Patienten aber dann doch nicht, denn auch im Krankenhaus herrschte Medienrummel. Das St.-Agnes-Hospital beraumte sogar extra eine Pressekonferenz an.
Zu den heutigen Vorstellungen des Zirkus Universal-Renz in Bocholt werden angesichts der Berichterstattung in mehreren Zeitungen und im Fernsehen viele Zuschauer erwartet. „Ich bin traurig, dass ich nicht bei der Premiere dabei sein kann“, sagt Camadi.
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