Eine Herzensangelegenheit


VON THEO THEISSEN

Mit dem neuen Linksherzkathetermessplatz verfügt die Kardiologie des Bocholter Krankenhauses jetzt über modernste Diagnose- und Behandlungstechnik. Das rund eine Million Euro teure Hi-Tech-Gerät liefert scharfe Bilder von den Herzkranzgefäßen und kann noch viel mehr.

BOCHOLT Etwa eine Million Euro hat das St.-Agnes-Hospital in seinen neuen Linksherzkathetermessplatz investiert. Damit verfüge das Krankenhaus über modernste Technik in der Behandlung akuter Infarkte und bei chronischen Herzproblemen, meint Professor Dr. Jobst Nitsch. Er ist Chefarzt der I. medizinischen Klinik - Kardiologie, im Bocholter Krankenhaus.

Dr. Schoofs beim Eingriff im Linksherzkathetermessplatz

Das neue Gerät ersetzt den bisherigen Herzkathetermessplatz, der aus Altersgründen „ausgemustert“ werden soll, weil seine Technik inzwischen nicht mehr auf dem neuesten Stand sei, sagt Nitsch. Der neue Linkskathetermessplatz steht Patienten im gesamten Kreis Borken zur Verfügung. Er arbeitet mit sogenannten Flachdetektoren und wird über Computer gesteuert. Durch die Leiste des Patienten wird eine kleine Kamerasonde zum Herzen geschoben. Die Kamera liefert qualitativ hochwertige Bilder von den Herzkranzgefäßen und zeigt dem Arzt eventuelle Gefäßverstopfungen oder -verengungen, die zu Herzinsuffizienzen bis hin zum Infarkt führen können.

Die verstopften oder verengten Stellen werden mit einem Ballonkatheter geweitet. Damit die so behandelten Herzkranzgefäße ihre Blutdurchlässigkeit behalten, werden kleine Stützen, sogenannte Stents, eingesetzt. Alle mikrochirurgischen Eingriffe erfolgen über die nur wenige Millimeter dicke Sonde. In einem Nebenraum wird bei jedem Patienten der Herzkathetereinsatz vollständig aufgezeichnet und dokumentiert.

„Einer der Vorteile gegenüber dem alten Linksherzkathetermessplatz, der noch analog arbeitete und bei dem die Aufnahmen später erst noch digitalisiert werden mussten, ist die Tatsache, dass das neue Gerät vollständig digital ist“, sagt der Chefkardiologe. Alle Aufnahmen werden gleich EDV-gespeichert, wo sie jederzeit abrufbar sind. Außerdem verfügt das neue Gerät über eine individuell anpassbare Dosisreduktion.

Am gravierendsten aber sei die verbesserte Bildqualität und -schärfe, die mehr als doppelt so gut wie bisher sei, sagt Nitsch. Dies liege auch an den mehr als 4000 Graustufen, die zur Verfügung stehen. Das alte Gerät könne da mit gerade mal 256 Graustufen nicht mithalten. „Mit dem neuen Gerät werden selbst kleinste Einrisse und Verengungen auf dem Monitor sichtbar“, so der Herzspezialist.

Ein weiterer Vorteil sei die höhere Geschwindigkeit, mit der der Linksherzkathetermessplatz arbeite. Sie erlaube dem Arzt und seinem Team ein schnelleres Arbeiten, was besonders infarktgefährdeten Patienten zu Gute komme.

BBV, 26.05.2009