Neubau Gastroenterologischer Funktionsräume (Endoskopie) und Erweiterung Pathologie


Durch Verlängerung der Pathologie im Erdgeschoss und anschließende Überbauung der gesamten Pathologie durch ein neues Obergeschoss einschließlich der teilweisen Überbauung des Zentrallagers und der Apotheke startet das St.-Agnes-Hospital seine bauliche Entwicklungsoffensive.

 

Bauleiter Werner Derksen, Geschaeftsfuehrer Ludger Hellmann, Technischer Direktor Leo MostDas Institut für Pathologie untersucht Gewebeproben, Operationspräparate und Zellausstriche nicht nur für das St.-Agnes-Hospital, sondern für den gesamten Klinikverbund Westmünsterland und darüber hinaus für weitere Krankenhäuser und Arztpraxen im Westmünsterland.

Durch die rasante Entwicklung der Medizin, ausgedrückt beispielsweise im Aufbau von medizinischen Zentren (Brustzentrum, Darmzentrum, Prostatazentrum) wurden weitere Räume für Personal und Geräte dringlich. Das Leistungsspektrum steigt stetig. Heute analysiert das Institut für Pathologie über 30.000 Eingänge jährlich und führt ca. 40 Sektion durch.

Der Umbau und die Erweiterung der Pathologie wurden nach modernsten internationalen Standards geplant und ermöglichen es, Untersuchungsmaterial nach aktuellsten Methoden und höchster Sicherheitsstandards zu bearbeiten.

 

Über der neuen Pathologie entsteht der neue Funktionsbereich für die II. Medizinische Klinik. Die bisher genutzten gastroenterologischen Endoskopiebereiche stammen noch aus der Neubauzeit des Krankenhauses 1985 und werden den modernen Erfordernissen der Medizin und der erheblich gestiegenen Leistung nicht mehr gerecht.

Die II. Med. Klinik – Gastroenterologie und Onkologie behandelt jährlich über 3000 stationäre Patienten und knapp 1000 ambulante Patienten. In der Funktionsabteilung werden etwa 4000 Endoskopien, etwa 900 ambulante Koloskopien und mehr als 7000 Ultraschalluntersuchungen pro Jahr durchgeführt.

Durch den Neubau wird auf die gesteigerte Leistungsfähigkeit in diesem Bereich mit einem zentrengerechten Raumangebot zukunftsfähig reagiert. Statt der beiden bisher verfügbaren Räume gibt es künftig getrennte Untersuchungsräume für Bronchoskopien, Gastroskopien und Koloskopien sowie Ultraschalluntersuchungen nach modernsten Standards.

 

Die radiologische Durchleuchtung, (z. Zt. noch Röntgenabteilung) wird in die Einheit integriert. Sie wird benötigt für Eingriffe unter Röntgenkontrolle z.B. an den Gallengängen. Mit Warte- und Anmeldezone für Patienten sowie Schwestern – und Arztdienstplatz, Umkleiden und Aufenthaltsraum werden auch die Arbeitsbedingungen für das Personal erheblich verbessert. Kein Patient muss mehr auf dem Flur auf einen Eingriff warten.

 

Mit dieser Maßnahme verbunden ist auch der Neubau des Labors. Die alten Laborräume machen Platz für den neuen Linksherzkatheter-Messplatz einschließlich des Platzes für ein zweites Gerät und für manch anderen Veränderungsschritt zur Verbesserung der Situation in der Notaufnahme und in den Funktionsbereichen der chirurgischen Disziplinen. Mit dem Umbau des alten Labors wurde ebenfalls bereits begonnen.

 

Die Zeit ist reif! Mit diesem Projekt beginnt eine bauliche Entwicklung am St.-Agnes-Hospital, die weitere Projekte nach sich ziehen wird. So werden beispielsweise die alten Endoskopieräume nach Fertigstellung dieser Maßnahme in die Räume des urologischen Funktionsbereichs einbezogen und ebenfalls komplett saniert.

 

Im ersten Schritt investiert das Krankenhaus rd. 2.3 Mio-Euro für die Neubauten und rd. 800 tds.€ in den neuen LHKM.

Der Wermutstropfen für das Krankenhaus liegt in der Finanzierung! Derzeit stemmt das Krankenhaus diese Maßnahmen aus eigenen Mitteln, die in den letzten Jahren sehr mühsam zurückgelegt werden konnten. Denn: Es gibt zwar seit 2008 die sog. Baupauschale, danach bekommt jedes Krankenhaus einen an seine Leistung gekoppelten Pauschalbetrag je Fall. Das Krankenhaus bekommt diese Zuweisungen jedoch erst in späteren Jahren, denn nach Auffassung des MAGS-NRW ist das Krankenhaus in Bocholt noch zu NEU!

Dies ist eine bittere Botschaft, denn der Investitionsstau im Krankenhaus ist enorm. Hintergrund für die erst spätere Förderung ist der zu knapp bemessene Fördertopf. Es ist ja nicht mehr Geld bereitgestellt als früher. Es wird nur anders verteilt.

 

St.-Agnes-Hospital Bocholt, 11.03.2009