VON JOCHEN KRÜHLER
(RPO) Das Bocholter St.-Agnes-Hospital beteiligt sich nächste Woche am bundesweiten Aktionstag gegen den Tumorschmerz. Am 11. und 12. März geht es in Vorträgen darum, wie chronische Schmerzen von Krebs-Patienten therapierbar sind.
BOCHOLT Zwei Drittel aller Krebspatienten in Europa leiden unter chronischen Schmerzen – und zwar trotz ärztlicher Betreuung. Das jedenfalls sagt die Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS). Ein dringendes Thema also. Und deshalb hat die DGSS jetzt einen bundesweiten Aktionstag gegen den sogenannten Tumorschmerz ins Leben gerufen. Am 11. und 12. März ist Bocholt eine von sechs Städten in Deutschland, in denen Aktionen rund um das Thema Tumorschmerz angeboten werden.
In Bocholt werden Dr. Ludger Wiemer und Dr. Olaf Baumhove vom St.-Agnes-Hospital sowie die niedergelassenen Schmerztherapeuten Dr. Benedikt Matenaer und Dr. Kamal Salem am Donnerstag, 12. März, Vorträge für interessierte Laien halten. Beginn ist um 18 Uhr in der Zentralschule für Gesundheitsberufe am St.-Agnes-Hospital.
„Die meisten haben schon Beispiele erlebt, bei denen Krebspatienten unter sehr starken Schmerzen gelitten haben“, sagt Matenaer. Dabei seien chronische Schmerzen durch Tumore meist unnötig. „Das muss heutzutage in der überwiegenden Mehrheit der Fälle nicht mehr sein“, so der Schmerztherapeut. Bereits die medikamentöse Behandlung mit Morphinen könne gute Erfolge zeigen.
Gerade in Sachen Morphium sei Aufklärungsarbeit notwendig, meint Matenaer. Bei vielen Krebs-Patienten gebe es die Bedenken: „Ich bekomme jetzt Morphium, dann geht es also aufs Ende zu.“ Das sei allerdings nicht so. Morphium sei ein probates Mittel, um gegen Tumorschmerzen effektiv vorzugehen, meint Matenaer. „Die Patienten können auch Auto fahren und arbeiten, wenn sie über einen längeren Zeitraum eine höhere Dosis Morphium bekommen.“ Und Dr. Wiemer, Chefarzt für Onkologie am St.-Agnes-Hospital, fügt hinzu: „Morphiumtabletten sind effektiv – und keine Drogen.“
Für Wiemer ist es wichtig, dass eine Behandlung nicht bei einer Schmerztherapie stehen bleibt. Gerade bei Krebs-Patienten mit fortgeschrittenem Tumor gelte es, auch andere Symptome zu lindern, etwa Atemnot oder Schluckbeschwerden.
Dr. Olaf Baumhove, Chefarzt für Anästhesie am St.-Agnes-Hospital, plädiert für eine möglichst umfassende Betreuung. So sollte von Anfang an mit dem Patienten über dessen Sorgen und Ängste vor Schmerz gesprochen werden.
Am Mittwoch, 11. März, halten die Mediziner ab 18 Uhr in der Krankenpflegeschule Fachvorträge für Ärzte aus der Region. Zwischen 13 und 14.30 Uhr ist am gleichen Tag bundesweit eine kostenlose Hotline für Tumor-Patienten und ihre Angehörigen geschaltet: 08 00 / 5 837 837.
BBV, 05.03.2009
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