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Erweiterung des Therapiespektrums bei Gelenkknorpelschäden

Die Klinik für Unfall-, Wiederherstellungs- und Gelenkchirurgie (Prof. Dr. P. Ostermann) bietet neuerdings mit der Knorpelzelltransplantation nach der sogenannten CaReS ®-Technologie für Patienten mit Gelenkknorpelschäden, insbesondere des Kniegelenkes, eine Erweiterung des Therapiespektrums an.

Zahlreiche Menschen leiden unter Knorpelschäden. Eine nicht operative Therapie zur Behandlung eines Knorpelschadens existiert zur Zeit nicht.
Arzneimittel und Krankengymnastik können die Beschwerden zwar lindern, sind jedoch nicht in der Lage, den beschädigten Knorpel zu regenerieren.

Die bisherigen Verfahren mit Anbohrung eines Knorpelschadens zur Stimulation einer Ersatzknorpelbildung sowie die Knorpel-Knochentransplantation mit Stanzzylindern haben bei korrekter Fallauswahl gute Ergebnisse. Größere Knorpelschäden, insbesondere bei jüngeren Patienten, konnten damit bislang aber nicht behandelt werden.

Mit der etwa seit Anfang der 90er Jahre eingesetzten sogenannten autologen Chondrozyten-Transplantation (ACT = Transplantation körpereigener Knorpelzellen) können – nach zwischenzeitlicher Verfeinerung des Verfahrens – jetzt auch größere Knorpelschäden behandelt werden.

Dabei werden in einem ersten Schritt mittels Spiegelung des Gelenkes Knorpelzellen aus dem beschädigten Gelenk entnommen und anschließend 4 – 6 Wochen im Labor angezüchtet. In einem zweiten Eingriff wird dann ein vliesartiges Transplantat mit lebenden Knorpelzellen in den Knorpeldefekt eingebracht. Hier wachsen die Knorpelzellen dann ein und bilden einen vollwertigen Gelenkknochen.

Bei der im St.-Agnes-Hospital angewandten CaReS-Technik (Cartilage Regeneration System) ist das Verfahren der Knorpelzellverpflanzung noch einmal deutlich verbessert worden. Auch hier werden zunächst Knorpelzellen aus dem beschädigten Gelenk entnommen. Anschließend werden diese aber nicht wie früher üblich in einem zweidimensionalen, flüssigen Medium, sondern in einem dreidimensionalen Gerüst kultiviert. Die dreidimensionale Struktur dieses Gerüstes entspricht wesentlich besser der ursprünglichen, biologischen Zellumgebung. Daher kann die Kultivierung ohne Zugabe weiterer Substanzen in sehr viel kürzerer Zeit (10 – 14 Tage) abgeschlossen werden.

Insgesamt verkürzt sich somit die Behandlungsdauer wesentlich. Bereits 14 Tage nach der ambulanten Zellentnahme kann dem Patienten ein auf seinen Defekt passendes und individuell hergestelltes Transplantat eingesetzt werden.
Auch die Befestigung des Transplantates ist mit einer einfachen Anheftung mittels Gewebekleber nicht mehr so aufwendig wie bei den früheren Knorpelzelltransplantationen. So konnte die Operationszeit von durchschnittlich 107 Minuten auf 69 Minuten reduziert werden. Auch die auf 3 bis 6 Monate reduzierte Rehabilitationszeit trägt zu einer Verbesserung bei. Bereits ab dem 2. Tag nach dem Eingriff wird eine Bewegungstherapie begonnen, Teilbelastungen erfolgen nach 1 Woche. Nach 10 Wochen kann das Gelenk voll belastet werden.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem beigefügten Link.
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